Buenos Aires, Jan. 2012

Maipu 863, Buenos Aires, tres

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Manchmal denke ich, einige Dinge ändern sich hier nie und andere wieder von einem Tag auf dem anderen...

Was sich bestimmt nicht so schnell ändert sind die kleinen und grossen Überra­schungen, die man jeden Tag in dieser Stadt erlebt und die unterschied­lichsten Kontakte mit den Menschen, eine Millio­nenstadt in der man auch als Tourist nicht anonym bleibt und irgendwie dazugehört.
Als ich zum zweiten Mal am Kiosk um die Ecke, der übrigens 24 Stunden offen hat, Zigaretten kaufte, wurde mein Drogen­konsum sogleich kritisiert.
Oder im CD-Shop, Klaus war alleine unterwegs und kaufte CD's, musste natürlich gleich erzählen, dass seine Partnerin eine DJane in Deutschland ist und auch oft in diesem Musik kauft.. Ahh... "die bachita" (=die Kleine) trumpfte der Verkäufer auf... zweifellos hatte sich dieser an mich erinnert, unglaublich!

Nicht ändern wird sich auch die Anwesenheit der vielen bettelnden Menschen, meist sind es Frauen mit und ohne Kinder. Die Armut ist hier allgegen­wärtig, am meisten berührt hat uns, als wir nachts in der Nähe des Obelisken an einer grossen Kreuzung einen Mann gesehen haben, der einem Gullideckel entstieg, zweifellos wohnte dieser im Untergrund!
Viele Menschen verdienen sich ihr Geld in der U-Bahn, wir amüsieren uns über die mitfah­renden Händler, die alles verkaufen, Kugelschreiber, Madonnen­bilder... oder mit selbst­ge­bas­telten Instru­menten (Minigitarre kombiniert mit Panflöte) musizieren und singen.
Die U-Bahn ist inzwischen doppelt so teuer - 2,50 Pesos, das sind ca. 44 Cent - der Bus kostet aber nach wie vor unter 1,20 Pesos die Fahrt.
Taxifahren ist zwar immer noch sehr günstig, aber um ca. 30% teurer.


Jede Großstadt, auch in Europa hat lange Einkaufs­meilen mit Strassen­händlern, ausgerechnet in Buenos Aires hat man diese verboten, die Stadt soll eleganter werden... die Händler versammeln sich jetzt auf dem Mittel­streifen der calle Florida auf Camping­s­tühlen und demons­trieren, ein Großaufgebot an Polizei wacht darüber, dass das Verbot eingehalten wird und es keine Ausschrei­tungen gibt.
Die Stadt soll sich heraus­putzen... und es tut sich Einiges, bereits letztes Jahr begann man mit der Verkehrs­be­ru­higung in der calle Suipacha (bei uns um die Ecke), zu unserem großen Erstaunen wird die Fahrbahn verkleinert und Fahrradwege angelegt.

Die Schuhputzer sind gottseidank noch zugelassen und in Buenos Aires auch nicht wegzudenken, genauso die Strassentan­goshows, aber dafür gibt es nur ganz wenig Zulassungen, noch vor 3 Jahren wurde an fast jeder Ecke getanzt.... dafür habe ich ganz normale Passanten auf der Strasse spontan im Salsarhythmus tanzen sehen, zur Musik von den Ladenge­schäften.

Laden


Die Preise für Kleidung sind immer noch günstig und wir haben auch schon "zugeschlagen"... neue Tangoschuhe, Röcke, Kleider, Oberteile und T-Shirts und Hosen für Klaus. Allerdings war es nicht ganz einfach, XXL Größen für Klaus zu finden, aber ein ausser­ge­wöhn­liches Erlebnis hatten wir.... im Stadtteil Abasto (da ist Carlos Gardel übrigens aufgewachsen) betraten wir ein kleines Geschäft und wurden sehr verwundert vom Verkäufer angesprochen... was macht ihr hier, der Herr ist doch "flaco" (dünn)... es stellte sich heraus, wir hatten uns in ein Spezial­ge­schäft für Super-Übergrößen verirrt!

Es gibt auch Läden, die man nicht leicht findet, die Adresse des Spezial­ge­schäftes für Tangomoden (4corazones.com) war Av.Callao 257, eine sehr große breite Strasse. Wir gingen zunächst daran vorbei, dann endlich standen wir vor der Hausnummer 257... und der Portier lies uns erst herein, nachdem er uns für vertrau­ens­würdig hielt. Der Laden befand sich im dritten Stock und wir wurden angemeldet, ein ganz neues Shoppin­g­er­lebnis, aber solche Geschäfte gibt es hier viele, dieses aber erst seit 4 Monaten.

Bank


Was es nicht mehr gibt, war der Laden gleich gegenüber unserer Wohnung, anstatt­dessen ein Umbau und wir waren gespannt, was für ein Geschäft wir wohl im Januar 2013 hier vorfinden.... aber so lange mussten wir nicht warten... quasi über Nacht entstand hier ein neuer Kiosk, der auch gestern gleich eröffnete und 24 Stunden auf hat!

Buenos Aires, die Stadt die niemals schläft sagt man hier und irgendwie ist es so.

Viele Grüsse
Claudia & Klaus

wir wohnen daa, wo das "A" steht, Maipu 863..:
interaktiver Stadtplan: http://mapa.buenosaires.gob.ar/

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