Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: Danke für die Kritik!

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Bin ich ein Glückspilz! Ich bekomme Feedback von meinen Tanzpart­ne­rinnen.

 

Ich persönlich sehe Kritik immer (also meistens. Es gibt auch Menschen, die verwechseln Kritik äußern mit einem privaten Krieg) als etwas Positives an. Es gibt mir die Gelegenheit, mich zu ändern. Ob ich das will oder kann steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber ich bekomme so eine Reflexion wie ich tanze. Und das ist mir persönlich Gold wert. Es gibt sicher genug Tänzer und Tänzerinnen, die halten sich für den Tangogott höchst­per­sönlich (ich bin wohl eher so etwas wie ein Tangoküken). Allerdings stehen sie mit ihrer Meinung meist ziemlich alleine da. Ihre Tanzpart­ne­rInnen haben da vielleicht eine ganz andere Sicht der Dinge.

 

Deshalb freue ich mich immer ungemein, wenn ich Feedback bekomme. Von Tanzlehrern und -lehrerinnen, von Tanzpart­ne­rinnen, die nach einer Pause einmal wieder mit mir tanzen, von gänzlich neuen Tanzpart­ne­rinnen. Von Frauen mit denen ich relativ viel und oft tanze. Egal von wem. Da gibt es das positive Feedback. "Du hast dich verbessert", "dieser Tanz war sehr schön". Das baut mich auf. Natürlich hört das jeder gerne.

 

Aber mein Favorit ist das Andere. Die Kritik. "Achte mehr auf ..", "die Haltung hat so nicht gepasst". Das gibt mir etwas. Damit kann ich "arbeiten". Spätestens, wenn dir die zweite Frau das gleiche sagt, solltest du es glauben. Vielleicht wolltest du dich darüber hinweg schmuggeln, dass die eine ja eine Ausnahme ist. Bei den anderen (Frauen) passt es ja. Mag auch berechtigt sein. Eine einzige Frau hat mir einmal gesagt, ich würde zu fest führen. Ist es also wirklich so oder war sie eben einfach besonders "empfindlich"? Aber wenn du es das zweite Mal hörst ...

 

Also. Höre gut zu. Nimm es einfach erst einmal an. Wieder­spreche nicht. Denke erst einmal darüber nach. Vielleicht willst du dich sogar für die Kritik bedanken. Sieh es als Chance, dich zu verbessern. Und jemand der dir Kritik entgegen bringt, der setzt sich mit dir als Mensch, als Person (und hier natürlich als Tänzer) auseinander. Einem (einer) anderen bist du vielleicht völlig egal. Sie (oder er) wird einfach nicht mehr mit dir tanzen. So aber bekommst du eine zweite Chance.

 

Ich habe auf der Milonga gestern jede Menge Feedback bekommen. So viel, dass ich schon fast völlig entmutigt aufgeben wollte (ich kam mir schon fast wie bei "Let's dance" vor. Ich auf dem Parkett und außen saß die Jury). Ja, da bekommst du schon fast eine "Standpauke" deiner Tanzlehrerin. Sie hat es natürlich nur gut gemeint. Und ich sehe es ja wie gesagt positiv. Aber natürlich ist es erst einmal ein Dämpfer. Im konkreten Fall hatte ich angenommen, eine meiner Schwächen (eigentlich kann man es sogar in mehrere einzelne zerlegen) wäre mittlerweile zumindest besser geworden. Aber anscheinend habe ich mich getäuscht.

 

Warum habe ich das gedacht? Weil ich schon länger keine "Klagen" mehr darüber gehört habe. Aber anscheinend habe ich mich getäuscht. Es wurde nicht besser, sondern sie (die Frauen) haben es nur nicht mehr angesprochen. Und jetzt sagt es mir meine Tanzlehrerin wieder. Also: noch mehr daran arbeiten! Finde ich persönlich so herum besser, als wenn ich in einem Irrglauben weitermache und irgendwann haben die Frauen keine Lust mehr mit mir zu tanzen, weil ich es immer noch nicht richtig mache. Und ich dachte, es ist schon lange ausgemerzt.

 

Ich kann nicht beurteilen, wie es für die Frauen ist. Wie viel sie falsch machen können oder wie anstrengend ihre Rolle beim Tanzen ist. Als Mann habe ich fast unendlich viele Fehler­mög­lich­keiten. Und es gibt immer gleich­zeitig so viel zu beachten. Das ist manchmal hart. Aber wenn du wieder einmal eine dieser Hürden genommen hast und du dich irgendwo verbessert hast, dann ist es ja auch wieder schön, wenn du dann hörst: "Die Milonga hast du sehr schön getanzt. Das können nicht viele Männer."

 

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