Heikvaldo: Tango-Argentino - Erfahrungen

Heikvaldo: When two bodies become one ...

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Zuerst dachte ich ja "hmmmh". Hat sich wohl irgend so ein Phrasendrescher ausgedacht. "Wenn die Körper verschmelzen...". Oje, wie in einem schlechter Film. Den Ausspruch habe ich in dem Lehrvideo "Asi se baile el Tango" ("So tanzt man den Tango") gehört. Also bei mir "verschmilzt" da nichts. Ich hier, sie dort.

 

Dann die Aufgabe in der Tanzstunde: hört auf die Musik und versucht sie zu interpre­tieren. Stellt die Tanzpartnerin wechsel­seitig von einem Bein auf das andere und dann jeweils nur ein Schritt nach vorne oder hinten. Über den Körper sollen die entspre­chenden Führungs­impulse vom Mann auf die Frau "übertragen" werden. Der Mann selbst soll möglichst keinen Belastungs­wechsel mit dem Beinen ausführen.

 

Tja, wie also mit der Tanzpartnerin "sprechen", wenn man(n) so gut wie nichts tun darf? Also brauche ich schon einmal eine ziemliche Nähe zu ihr. Sie soll es ja "fühlen". Meine Tanzlehrerin zeigt mir, wie ich auch mit meiner Atmung zu ihr "sprechen" kann. Also volle Konzen­tration! Das geht am besten mit geschlossenen Augen (wir bewegen uns ja nur max. einen Schritt nach vorne oder hinten - ist also ziemlich sicher).

 

Das "Umstellen" von einem Bein auf das andere klappt gleich recht gut. Also dann, einen Vorwärts­schritt planen. Ich atme ein, eine ganz leichte Bewegung nach hinten, oben damit sie merkt gleich passiert etwas und dann den Schritt nach vorne. Zuerst den Oberkörper leicht nach vorne bewegen und anschließend mit den Beinen folgen ("Nicht anders herum" ermahnt mich die Tanzlehrerin. "Das ist unanständig, wenn du zuerst zwischen die Beine der Frau trittst" - da hätte ich gerne meine aufgerissenen Augen gesehen, meinen erstaunten Blick. Hat sie mich da etwa auf den Arm genommen? Also wieder volle Konzen­tration). Okay. Und nach ein paar Belastungs­wechseln dann das Ganze nach hinten. Gut. So langsam stellen sich unsere beiden Körper auf die Sache ein. Tja, und wie soll ich es nun beschreiben? Plötzlich ist da gar kein anderer Körper mehr. Ist irgendwie ein Teil von mir geworden.

 

Und ich fange an, das Ganze zu genießen. Und dann ist er wieder da: der magische Moment des TA! Nichts und niemand mehr außer mir, der Tanzpartnerin und der Musik ... und der Erkenntnis: es ist wie in einem wunder­vollen Film :-))

 

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